Lebensmittelsiegel im Überblick
Das deutsche Bio-Siegel wird von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft vergeben setzt jedoch die Erfüllung derselben Kriterien wie für das EU Bio-Siegel (s. rechts unten) voraus. Ziel ist es grundsätzlich biologische Landwirtschaft duch gesetzliche Regelung zu fördern, sozialrechtliche Aspekte spielen bei diesem Siegeljedoch keine Rolle. Folgende Kriterien (kurz gefasst) müssen zur Zertifizierung erfüllt sein:
- die Produkte müssen aus dem ökologischen Landbau stammen und entsprechend produziert und kontrolliert werden
- der Einsatz von Gentechnik ist verboten
- anstelle von 316 erlaubten Zusatzstoffen bei der konventionellen Produktion sind nur 49 Zusatzstoffe zugelassen
- chemische und synthetische Pfanzenschutzmittel sind verboten
- artgerechte Tierhaltung muss gegeben sein (Auslauf und ökologisches Futter)
Das Demter Siegel wird vom deutschen Öko Anbauverband Demeter e.V. vergeben und zielt auf eine ökologisch-dynamische Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft ab. Weiterhin werdne auch Nachhaltigkeitsaspekte und faire Handelsbedingungen mit einbezogen. Neben der Erfüllung der Bio-Siegel Kriterien, müssen Demeter ezertifizierte Porudkte/Betriebe folgende Kriterien erfüllen:
- der komplette Betrieb muss auf bio umgestellt werden
- striktere Vorgaben zu Pflanzenschutzmitteln
- eine noch geringere Menge an Zusatzstoffen ist erlaubt
- Enthornung der Tiere nicht erlaubt
- Die Schlachthöfe dürfen nicht weiter als 200 km entfernt sein
- mehr Hektar pro gehaltenem Tier als für das Bio Siegel sind Bedingung
Das Vegan Siegel wird von der European Vegetarian Union koordiniert in Kooperation mit verschiedenen nationalen Organisationen. Grundsätzlich soll das Siegel, ebenso wie das Vegetarisch Siegel, den Verbrauchern die Auwahl der Lebensmittel durch eine deutliche Kennzeichnung erleichtern. Vegan gelabelt können alle Lebensmittel werden, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind. Dabei dürfen keine…
- …Zutaten
- …Verarbeitungshilfsstoffe
- …Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe
Das UTZ Siegel wird von einer unabhängigen Stiftung vergeben, die ihren Sitz in Amsterdam hat. Die Non Profit Organisation setzt sich mithilfe ihres Siegels für sozial- und umweltverträgliche Produkte ein. Besonders viel Wert wird dabei auf den Nachhaltigkeitsaspekt gelegt. Insgesamt müssen die zertifizierten Betriebe 123 Kriterien im Bereich Code of Conduct und 25 Kriterien im Bereich Chain of Custody erfüllen. Diese Kriterien umfassen grob zusammengefasst:
- Nachhaltigen Anbau
- Transparente Lieferketten z.B. werden alle Transaktionen der Produzenten und Verkäufer erfasst
- Verbesserung des Farmmanagements mit Produktivitätssteigerung und Qualitätsverbesserungen
Das Fairtrade Siegel konzentriert sich auf die Förderung fairer Handelsbedingungen und wird durch die Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT, einer Tochtergesellschaft von Fairtrade International, vergeben. Mit Fairtrade können nicht nur Produkte sondern auch Programme zertifiziert werden. Zu den Standards gehören Soziale, Ökologische und Ökonomische Aspekte:
- Sozial: demokratische Gemeinschaften, gewerkschaftliche Organisationen werden gefördert, geregelte Arbeitsbedingungen, Verbot von Diskriminierung und Kinderarbeit
- Ökologisch: Natürliche Ressourcen müssen geschützt werden, Verbot von Pestiziden, umweltschonender Anbau, kein gentechnisch verändertes Saatgut, Förderung des Bio-Anbaus
- Ökonomisch: Transparente Handelsbeziehungen, Faire Bezahlungen (nach Fairtrade Richtlinien), generelle Einhaltung der Richtlinien, Vorfinanzierung, Nachweise über Geld- und Warenfluss
Diese Siegel sind eine kleine Auswahl an Lebensmittelsiegeln, es gibt noch zig weitere, die sich alle auf die ein oder andere Weise unterscheiden. Nicht jedes Siegel macht bei jedem Produkt wirklich Sinn, so habe ich zum Beispiel letztens vegetarisch gekennzeichnete Limonade gesehen. Dennoch funktionieren die Siegel als Marketing Tool anscheinend häufig sehr gut, sodass es die abenteuerlichsten Kennzeichnungen gibt. Weiterhin hängt eine Zertifizierung auch von dem Produkt bzw. den Inhaltsstoffen ab, ob diese zum Beispiel biologisch, ständig verfügbar sind. Somit können Produkte trotzdem qualitativ hochwertig sein und ein Großteil der Inhaltstoffe Bio, aber eben vielleicht dann ein oder zwei Rohstoffe nicht.
Falls dich das Thema interessiert, findest du auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft weitere Informationen über Zertifizierungen von Lebensmitteln.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende!